«Da wurde mein Herz wieder leichter» – Musik zum Mai-Anfang

Unter dem Titel «Da wurde mein Herz wieder leichter» spielte Erwin Wiersinga am 3. Mai 2026 ein beschwingtes Programm mit Werken von Georg Böhm, Pierre du Mage, Jan Pieterszoon Sweelinck, Antonio Vivaldi, J. S. Bach u. a.

Einer der Höhepunkte des Programms waren die von Jan Pieterszoon Sweelinck verfassten Variationen über das Volkslied «Onder een Linde Groen», dessen Text auch der Titel des Programms entstammte. Mit einigen Sätzen aus Pierre du Mage’s «Premier Livre d’Orgue», einer Bach’schen Bearbeitung eines Concerto grosso von Vivaldi (BWV 976) und J. S. Bachs Praeludium und Fuge C-Dur (BWV 545) präsentierte sich auch die Silbermann-Orgel des Doms von ihrer besten Seite.

Der Solist des Abends, Erwin Wiersinga, ist Titularorganist der grossen Arp-Schnitger-Orgel der Martinikirche Groningen (NL). Er konzertierte in letzter Zeit in vielen europäischen Ländern als auch in den USA, Korea, China und Japan und hat sich nicht zuletzt durch seine Beiträge zum Projekt der Netherlands Bach Society «All of Bach» einen Namen gemacht.

J. S. Bach: Weihnachts-Oratorium (200. Domkonzert)

Am Jubiläumskonzert der seit 1974 bestehenden Reihe der Domkonzerte Arlesheim gelangte das gesamte Weihnachts-Oratorium von Johann Sebastian Bach zur Aufführung. Auf zwei Abende verteilt (4. und 6. Januar 2026) erklangen alle sechs Kantaten dieses Werks, das 1734 zur festlichen Gestaltung der Weihnachtsgottesdienste in Leipzig entstand.

Bach und sein Librettist kommentieren im Weihnachtsoratorium den vom Evangelisten vorgetragenen Text der Weihnachtsgeschichte mit einem wohldurchdachten Arrangement aus reich instrumentierten Chören, Arien, Rezitativen und Choralstrophen. Dass Bach bei der musikalischen Umsetzung auf bereits komponierte Huldigungskantaten für das sächsische Fürstenhaus zurückgriff, darf als Glücksfall bezeichnet werden: Nicht zuletzt dank des populären Tons dieser Vorlagen wurde das Weihnachts-Oratorium zu einer der erfolgreichsten geistlichen Kompositionen des Leipziger Meisters.

Ausführende: Basler Vokalsolisten / Capricornus Consort Basel; Leitung: Sebastian Goll; Einführungsvorträge: Berit Drechsel

Fotos: Simon Reich

Domkonzerte Arlesheim

«Es muss ein stressiger Job gewesen sein»

J. S. Bach: Vater – Lehrer – Vorbild. Orgelmusik von seinen Söhnen, Schülern und Bewunderern

In seinem Konzertprogramm (16. November 2025) spürte der junge französische Organist Olivier Wyrwas dem Einfluss nach, den Johann Sebastian Bach auf die ihm nachfolgende Generation als Vater, Lehrer und Vorbild gehabt hat.

Von J. S. Bach selbst erklangen Orgel-Arrangements einiger Kammermusikwerke, daneben u.a. Musik seiner Meisterschüler Johann Christian Kittel und Johann Gottfried Müthel sowie seines zweiten Sohns Carl Philipp Emanuel.

Der Solist des Abends stellte aber auch sich selbst in die Reihe der Musiker, die sich von Bachs Vorbild beeinflussen lassen: Mit zwei Werken im barocken Stil eiferte Olivier Wyrwas dem grossen Leipziger Orgelmeister nach und wagte sich zum Finale seines Konzerts sogar an die Aufgabe, eine Fuge über ein Bach-Thema zu improvisieren.

1991 in Moselle geboren, studierte Olivier Wyrwas Orgel in Metz und an der Schola Cantorum in Basel und ist als Konzertorganist international gefragt. Er unterrichtet am Conservatoire in Mulhouse eine Orgelklasse, ausserdem Improvisation am Pôle Supérieur in Paris. Als Titularorganist betreut er die historischen Instrumente am Temple Saint Jean and Saint Étienne in Mulhouse.

Dritte Arlesheimer Orgelnacht im Dom und in der reformierten Kirche

Nach einer längeren Pause luden die Arlesheimer Organisten am 20. September 2025 zur dritten «Arlesheimer Orgelnacht» ein. Im Zentrum der halbstündigen und kurzweiligen Konzerte standen die beiden Instrumente des Orts: zum einen die historische, 1761 erbaute Silbermann-Orgel des Doms, zum anderen das moderne, von Neidhardt und Lhôte 1973 in einem spätromantischen Gehäuse errichtete Instrument der reformierten Kirche.

Das Eröffnungskonzert bestritten Schülerinnen und Schüler der Musikschule Arlesheim, und das Schlusskonzert wartete mit einigen besonderen Überraschungen auf.

Ausführende: Schülerinnen und Schüler der Musikschule Arlesheim. An den Orgeln: David Blunden, Johannes Fankhauser, Thilo Muster, Markus Schwenkreis, Alexandra Weidlich.

› Programm «Arlesheimer Orgelnacht» (PDF)

In Zusammenarbeit mit:

After Silence – VOCES8

VOCES8 im Dom zu Arlesheim. Am Konzert vom 23. Mai 2025 stellte das britische Vokalensemble – das an diesem Abend zu siebt auftrat, Andrea Haines musste aus familiären Gründen ganz kurzfristig abreisen – seine Vielseitigkeit mit einem Programm unter Beweis, das einen weiten Bogen von Thomas Tallis bis zu «The Deer’s Cry» von Arvo Pärt spannte.

Mit seiner Präsenz, der makellosen Intonation und dem unverkennbaren britischen Charme gelang es VOCES8, das Publikum musikalisch und emotional zu berühren. Vokalmusik vom Feinsten!

Video: Nelly Batliner