Eine musikalische Eingebung

Als Hoforganist der Herzöge von Sachsen-Weimar schuf Johann Sebastian Bach während seiner ersten Berufsjahre (1708–1717) die meisten seiner Orgelwerke.

Eine Schlüsselrolle für Bachs Weimarer Zeit fiel dem musikalisch begabten Prinz Johann Ernst zu. Auf einer Bildungsreise in die Niederlande lernte er den aktuellen italienischen Stil kennen und erwarb dort zahlreiche Musikalien, u.a. eine mit dem Titel «L’Estro armonico» versehene Sammlung von 12 Konzerten Vivaldis. Vermutlich veranlasste er selbst Bach dazu, diese und weitere Konzerte für Solo-Tasteninstrument zu bearbeiten.

Im Konzert erklangen 4 Konzerte im Vivaldi’schen Original. Zwei davon waren im direkten Vergleich in Bachs Bearbeitung für Orgel zu hören.

La Cetra Barockorchester Basel
Solistinnen: Chouchane Siranossian, Katharina Heutjer – Violine
Leitung: Andrea Marcon
An der Silbermann-Orgel: Markus Schwenkreis

Organisten am Wiener Kaiserhof

Der Solist Tobias Lindner präsentierte am 30. März 2019 Orgel-Werke von F. T. Richter, J. J. Froberger, G. Ch. Wagenseil, G. Muffat u.a., die allesamt als Organisten, Komponisten und Kapellmeister am barocken Wiener Kaiserhof wirkten.

Dass der Hof der Habsburger schon im 17. und frühen 18. Jh. ein musikalisches Zentrum ersten Ranges war, ist wohl in erster Linie der Musikbegeisterung Kaiser Leopolds I. zu verdanken. Trotz ständiger finanzieller Probleme aufgrund der kostspieligen Kriegsführung förderte er das Musikleben, das während seiner Regierungszeit (1658–1705) und unter seinen Nachfolgern einen hohen Stellenwert am Hof einnahm.

Die Habsburger unterhielten eine ansehnliche Hofmusikkapelle, mit der einzig der Hofstaat von Louis XIV. in Paris mithalten konnte. Im Zentrum des höfischen Musiklebens stand die Oper, die bei Feierlichkeiten und Staatsanlässen zur Herrschaftsinszenierung eingesetzt wurde. Instrumentalmusik erklang im zeremoniellen Alltag, im Militär, bei Tafel oder – in der Kirche.

Tobias Lindner ist Organist an der Franziskuskirche in Riehen und hat an der Schola Cantorum Basiliensis einen Lehrauftrag für Generalbass und Cembalo. Mit der Arlesheimer Silbermann-Orgel ist er seit seinem Studium in Basel verbunden.

«Passio secundum Johannem» – die grosse Passionsmusik von Johann Sebastian Bach

Die Johannespassion zählt zu den bedeutenden Vokalwerken, die Johann Sebastian Bach während seiner Leipziger Jahre komponiert hat. Sie ist in vielerlei Hinsicht eines der faszinierendsten Werke Bachs, von der insgesamt vier Fassungen überliefert sind.

Die Basler Madrigalisten und das Capricornus Consort Basel führten unter der Leitung von Raphael Immoos am 4. November 2018 im Arlesheimer Dom eine Version unter Berücksichtigung der letzten, selten aufgeführten vierten Fassung von 1749 auf.

Fotos: Christian Jaeggi